#10 Fisch ahoi – Grubenwassereinleitungen in den Rhein genau beobachten
Shownotes
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00:00:09: Was
00:00:38: passiert eigentlich, wenn Grubenwasser in einen großen Fluss wie den Rhein gelangt?
00:00:44: Eine Frage, die zunächst der technisch klingt aber immer wieder mit Blick auf mögliche ökologische Auswirkungen diskutiert wird.
00:00:51: Und genau dieser Frage ist ein Forschungsprojekt der Stiftung Forum Bergbar und Wasser nachgegangen.
00:00:57: Mithilfe eines ökologistischen Modells wurde untersucht wie sich bereits leichte Veränderungen in Temperatur- und Salzgehalt auf Fische und wirbelose Tiere im Rhein auswirken können?
00:01:08: Um diese Ergebnisse und ihre Bedeutung für den Nachbergbau einordnen zu können, spreche ich heute mit Professor Dr.
00:01:15: Georg Wieber.
00:01:16: Herzlich willkommen Herr Wieber!
00:01:18: Ja schön, guten Morgen Frau Leuchter.
00:01:20: Guten Morgen.
00:01:21: Dann würde ich sagen starten wir direkt mit der ersten Frage wenn Sie bereit sind?
00:01:26: Ja natürlich
00:01:27: Sie haben sich in Ihrem Projekt ja intensiv mit der Frage beschäftigt, was passiert eigentlich wenn Grubenwasser in den Rhein eingeleitet wird.
00:01:36: Was genau wollten sie denn mit diesem Projekt herausfinden und warum war diese Untersuchung überhaupt notwendig?
00:01:43: Ja das Grubenwasser ist ja höher mineralisiert,
00:01:47: d.h.,
00:01:47: es weist gegenüber normalen Oberflächen Wasser eine andere physicochemische Beschaffenheit auf.
00:01:55: D.h.
00:01:55: da sind erhöhte Salzgehalte drin, wie so ein Fahrt.
00:02:00: BH-Werte können unterschiedlich sein, da sind auch unterschiedliche und es sind auch Spurenstoffe drinnen die in Oberflächenwässern zu Problemen führen können.
00:02:12: Aus diesem Grund müssen die Gehalte beziehungsweise die Art der Einleitung angepasst werden um Schäden ökologische Schäde am Rhein und anderen Gewässer zu vermeiden.
00:02:25: Sie haben unter anderem ja dann auch untersucht, wie sich Temperatur und der genannte Salzgehalt des Rheinwassers dann verändern könnten.
00:02:34: Wie groß sind denn diese Veränderungen tatsächlich?
00:02:37: Reden wir hier über deutliche Effekte oder sind das eher sehr kleine Unterschiede?
00:02:43: Also es sind eher sehr kleinen Unterschiede.
00:02:46: Der Rhein hat Abflüsse von mehreren tausend Kubikmetern pro Sekunde sind dem Geben über sehr, sehr gering.
00:02:55: So dass alleine schon durch die Menge zu so einer immensen Verdünnung kommt, dass da keine negativen oder nur minimale negative Einwirkungen anzunehmen
00:03:07: sind.".
00:03:07: Und wenn wir auf die wasserwirtschaftliche Seite schauen wie verändert sich eigentlich die Menge und Verteilung der groben Wassereinleitung im Ruhrgebiet?
00:03:16: Was bedeutet das dann konkret für den Rhein?
00:03:19: Also die Einleitmenge ist ja davon abhängig, wie viel Wasser abgepumpt wird und damit direkt davon abhängt welcher Gruben-Wasserspiegel erreicht wird.
00:03:31: Je tiefer der Wasserspiegel gehalten wird im Untergrund des zu mehr Wasser muss abgepummt werden und hinsichtlich der Einleitung ist es so je kleiner das Gewässer ist desto größer sind die Auswirkungen auf die Gewässer und von daher ist das Optimale in ein möglichst großes Gewässern einzuleiten.
00:03:54: Und da bietet sich eben der Rhein ein, wobei derzeit wird ja auch in die Ruhe eingeleitet und in der Ruhe sind negative Auswirkungen überhaupt nicht festzustellen zum Beispiel die Ruher oberhalb des Ballgleichsees.
00:04:11: Da finden die Einleitung statt.
00:04:14: ökologisch und chemisch-physikalisch ändert sich das so gut wie gar nix.
00:04:19: Also,
00:04:19: d.h.,
00:04:19: im Grund genommen dass diese groben Wassereinleitungen heute schon stattfinden und aber keinerlei Auswirkungen zu bemerken sind?
00:04:28: Ja, das hängt da mit folgendem zusammen von Süden.
00:04:33: D.h.
00:04:33: also ich sage mal Essenkupfer drehen was ja so mit der südlichste darstellt nach Norden fallen die Flöte ein Der Bergbau, das heißt man kommt nach Norden in immer tieferere Bereiche.
00:04:49: Kupferdreh wird also überrohr ist das.
00:04:53: In Überrohr wird also relativ oberflächend nahe abgebaut und es fehlen von daher die Salz aus dem Untergrund rein.
00:05:05: Das ist Schiefergebirge.
00:05:08: und während je weiter man nach Süden kommt dann kommen
00:05:12: eben
00:05:12: tiefer, tiefere Schichten in denen auch deutlich höher mineralisierte Wasser zirkulieren.
00:05:19: Sie haben die Auswirkung mithilfe von Modellen bis in die Zukunft hinein berechnet.
00:05:24: Was zeigen denn diese Simulationen?
00:05:25: Also wie stark verändert sich Temperatur und Salzgehalt im Rhein durch die Einleitungen tatsächlich?
00:05:32: Interessant wäre das vielleicht auch im Vergleich zum Einfluss des Klimawandels.
00:05:37: Ja wir haben das tatsächlich mit Hilfe der Unikoblands untersucht Und es ist so, dass die Einflüsse des Klimawandels deutlich höher sind als Einflüße durch Einleitung von Grubenwässer aus den Berchtbau.
00:05:52: Das heißt also, die Temperaturen ändern sich durch den Berchbau ebenso wie die Gehalte an grubenspezifischen Inherzwerfen, mehr ändern sich in dem oder sind im Rhein nur minimal und sehr geringenmaß nachweisbar.
00:06:08: Ein spannender Ansatz ist ja auch die steuerbare Einleitung je nach Wasserstand im Rhein.
00:06:14: Könnten Sie uns vielleicht erklären, wie dieses Prinzip funktioniert und warum es dann helfen kann mögliche Belastungen auch noch mal zusätzlich zu minimieren?
00:06:23: Bei absolutem Mindestwasserstand das heißt also wenn es im Rheineinsuchsgebiet längere Zeit nicht gerechnet hat nehmen auch die Abflüsse im Rhin selbst ab.
00:06:35: Das heißt also man kommt in deutlich geringere Abflüsse als bei Mittel- oder Normalwasser vorhanden sind.
00:06:46: Das heißt also, wenn wir so geringe Abflüße haben und noch dieselbe Menge Grubenwasser einleiten für das automatisch dazu dass die Einwirkungen oder die Auswirkung der Grubenwässer Einleitung deutlich stärker nachweisbar sind.
00:07:00: aber das kommt wirklich nur selten vor.
00:07:04: ich war ja früher beim Wasserwirtschaftsamt bzw.
00:07:07: bei der Bezirksregierung Koblenz und da gab es in einem Sommer, ich kann Ihnen nicht mehr sagen welcher das war sehr hohe Temperaturen und in dem Zusammenhang zu sehr geringen Abflüssen und da hatten wir auch für eine kurze Zeit tatsächlich industrielle Einleitung untersagt.
00:07:24: Das war nur eine ganz kurze Periode und das kommt nur sehr selten vor.
00:07:29: Aber es ist dann möglich, dass wenn man frühzeitig erkennt der Wasserstand des Rheins sinkt, dass man dann Einleitungen aus den Gruben quasi pausiert stoppt und erst wieder loslegt, wenn der Wasserstand des Reins auf dem Maße ist, dass es wieder verkraftbar ist oder sogar keine großen Auswirkungen
00:07:51: hat?
00:07:51: Genau so ist es.
00:07:52: Man muss das natürlich planen, man muss auch vorbereitet sein wie man damit umgeht.
00:07:57: aber das stellt kein größeres Problem da weil die Grubenwasserstände zur Oberfläche sind ja doch immer noch sehr groß und wenn da meine Woche nicht oder nur weniger abgepumpt wird gegebenenfalls auch eine Zwischenspeicherung stattfindet in Rückhaltebecken machbar ist.
00:08:16: das
00:08:17: Ein ganz zentraler Punkt Ihrer Arbeit waren ja zudem auch die möglichen Auswirkungen auf die Fische.
00:08:24: Welche Arten haben Sie sich dabei genauer angeschaut und warum ist die Auswahl auf genau diese Arten gefallen?
00:08:32: Ja, das war eine Kooperation mit der Ökologie der Universität Koblenz, die sich mit Schwerpunktmäßig mit der Gewässergüte beschäftigen.
00:08:43: Und die Wahl ist auf die Gründel gefallen!
00:08:47: weil die das den größten Einfluss dieser Einleitung auf Kundeln eben haben.
00:08:53: Grundeln sind invasive Arten,
00:08:56: d.h.,
00:08:56: dass sie kamen im Rhein ursprünglich gar nicht vor sondern dann sind von außen zu überwandert und werden da eigentlich gar nicht gerne gesehen, weil die Gründel fressen den Leich der Fried- und Raubfische, die ihm reinverbreitet sind.
00:09:10: allerdings ist es so, die Raub Fische haben zwischenzeitlich auch verstanden, dass man die Gründe entfressen kann.
00:09:19: Und das passiert jetzt auch sind also in die Nahrungskette integriert und von daher werden wird.
00:09:25: der Grundel bestand jetzt auf Dauer dadurch, dass die Robbische die eben fressen werden zurückgeht.
00:09:33: Was zeigen denn ihre Ergebnisse?
00:09:35: Wie reagieren die Fische auf die erwarteten Veränderungen von Temperatur- und Salzgehalt und warum spielen diese Effekte?
00:09:42: Das habe ich jetzt jedenfalls so verstanden in der Praxis dann kaum eine Rolle
00:09:47: was sich an für sich sehr wenig ändert.
00:09:49: Die Einleitung von anders beschaffenden Wässern macht man normalerweise nicht am Ufer direkt, sondern leitet ins Gewässer ein.
00:10:01: Das heißt also in tiefere Bereiche, wo höhere Abflüsse sind und damit kommt das zu einer intensiven Vermischung, dass das gar nicht nachweisbar ist.
00:10:10: Ich hatte mich damit seinerzeit sehr intensiv beschäftigen müssen wie dieser Öl- und Fallanalohelei war.
00:10:15: Sie erinnern sich vielleicht wie da ein Schiff aufgrund gelaufen war, über Wochen der Lag-Schiffverkehr blockierte.
00:10:23: Probleme bereitete das die Tanks kaputt gehen und auslaufen.
00:10:29: Da ist es also sehr intensiv hydraulisch alles untersucht worden und auch diese Erkenntnis kann ich heute zurückgreifen und so einen Fall weiter rein abwärts übertragen.
00:10:41: Das heißt, weil Grundeln und Fische allgemein eher am Ufer leben hat die Einleitung in tieferem Gewässer dann kaum bis keine Auswirkungen auf die Fische?
00:10:51: Die Grundel leben eher im Ufer nahen Bereichen.
00:10:55: Und um jetzt den Einfluss, wenn man direkt einen quasi kleinen Bach einlaufen lässt sind die Auswirkung im Ufern natürlich größer.
00:11:05: Sind da trotzdem nicht so groß.
00:11:07: aber ein Leitend tut man aus Auch auf hydraulischen Gründen tiefer, damit es nicht zu Sedimentationen in Bereichen kommt die man gar nicht haben wollen.
00:11:18: Also diese Einleitung selbst muss geplant werden und dabei wird vermutlich rausgekommen dass eine Einleiterung unvernicht stattfindet.
00:11:26: Gab es in Ihrer Untersuchung auch Ergebnisse, die viele Menschen vielleicht auch überraschen könnten?
00:11:32: Zum Beispiel weil die tatsächlichen Auswirkungen deutlich geringer sind als häufig angenommen?
00:11:38: Ja, es wird problematisiert von besorgten Bürgern und das ist auch richtig so.
00:11:43: Das ist auch verständlich.
00:11:46: nur wenn so Probleme aufgeworfen werden ist es an für sich einfache Leuten sich mit diesen Problemen zu beschäftigen und die Probleme zu bewerten.
00:11:56: Ja, und dann liegt es natürlich auch an den Bürgerinnen und Bürgern sich auf solche Angebote einzulassen.
00:12:00: Und sich die Ergebnisse dann auch anzuschauen.
00:12:03: Genau dafür war die Stiftung ja auch da um diesen Dialog zu ermöglichen und solche Ängste, die sie gerade erwähnt haben durch die Erkenntnisse aus ihrem Projekt zum Beispiel, dann aufzufangen oder?
00:12:14: Genau so ist das wie am Öffentlichkeitsveranstaltung durchgeführt zum Beispiel in Bochum oder auch im Saarland.
00:12:22: wir haben Wir würden jetzt den Podcast durch in den verschiedenen Probleme besprochen, diskutiert werden und die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird.
00:12:32: Das heißt also man muss der Öffündigkeit, Lösung oder Bewertung durch Fachleute anbieten und ihn zur Verfügung stellen.
00:12:40: Okay, jetzt zum Schluss vielleicht nochmal wenn Sie Ihre Studie In einem Satz für zum Beispiel mich als Nicht-Expertin zusammenfassen müssten, was sollten die Zuhörerinnen
00:12:51: und Zuhöhrer
00:12:52: über die Einleitung von groben Wasser in den Rhein unbedingt wissen?
00:12:57: Also eine gezielte und geplante Einleitung von grobem Wässern in den Reihen ist mit minimalsten nur sehr geringen ökologischen und chemisch-physikalischen Einleiten möglich.
00:13:11: Du musst allerdings geplant werden!
00:13:13: Na, das klingt doch vielversprechend.
00:13:15: Herr Weaver ich danke Ihnen dass Sie sich erneut meinen Fragen gestellt haben, sich die Zeit genommen haben und uns dadurch spannende Einblicke in Ihr Forschungsprojekt gegeben haben.
00:13:24: Herzlichen Dank!
00:13:26: Ja, Frau Leuchter-Iden.
00:13:27: Danke auch ganz herzlich für das Schamann-Türgespräch!
00:13:31: Zum Schluss möchte ich mich natürlich auch bei Ihnen bedanken.
00:13:34: Schön dass Sie heute wieder zugehört haben und wenn sie tiefer in die Arbeit der Stiftung Fohrung Bergbau und Wasser eintauchen möchten dann schauen Sie doch gerne auf der Website vorbei.
00:13:44: den passenden Link finden Sie wie immer in den Show Notes Und falls Ihnen der Podcast gefallen hat, lassen Sie uns gerne einen Abo da.
00:13:51: Empfehlen Sie uns weiter oder bewerten sie die Folge!
00:13:54: Wir verabschieden uns für heute.
00:13:56: Machen Sie es gut und bis bald!
00:14:13: Professor Dr.
00:14:19: Christian Wolkerstorfer, Prof.
00:14:26: Dr.
00:14:27: Georg Wieber und Rainer Lütke vom Stifterverband.
00:14:30: Ehemaliges mitgeht ist Korotomus des Prof.Dr.
00:14:33: Silke Hilberg.
00:14:34: Redaktion, Produktion & Postproduktion Vom Hofkommunikation aus Düsseldorf.
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